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Ausflug zu Perus Ruinen

Chavin de HuantarChavin de Huantar – Huaca de la Luna – Chan Chan – Sechín – Caral

Bevor wir uns von unserem Reisemobil auf die Überfahrt nach Russland schicken, machen wir noch einen Ausflug um ein paar von den unzähligen historischen Monumenten Perus zu besichtigen.

Von Lima aus fahren wir Richtung Nordosten durch den Nationalpark Huascaran. Der Weg führt uns recht schnell die Berge hinauf und schon am Abend können wir die ersten schneebedeckten Gipfel sehen.

Über eine matschige, mit Schlaglöchern durchsetzte Piste fahren wir stundenlang bis zu den Ruinen von Chavin de Huantar. Die Anlage wurde wahrscheinlich vor allem zwischen 850 und 200 v. Chr. als Kultstätte und religiöses Zentrum von Chavin-Schamanen genutzt. Besonders interessant sind die unterirdischen Teile der Tempel, hier kann man sich in den labyrinthartigen Gängen verlaufen. Unser Guide versucht uns die mystische Welt der Chavin-Kultur näher zu bringen. Er bezeichnet sich selbst als Schamanen und berichtet von Zeremonien, die er hier in Chavin selbst abhält. In einer der unterirdischen Kammern behauptet er, man könne die hier fließenden Energien sogar mit einer Handykamera beobachten. Und tatsächlich sehen wir auf dem kleinen Display tanzende Lichtpunkte, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Die unterirdischen Kammern wurden von den Chavin mit einem ausgeklügelten Ventilationssystem ausgestattet. Aber auch für aufgewirbelten Staub bewegen sich die Lichter zu schnell. Naturgemäß bleiben wir als Wissenschaftler skeptisch, aber wir lassen uns trotzdem von der alten Mystik des Ortes und dem Enthusiasmus unseres Guides verzaubern.

Nach diesem interessanten Erlebnis fahren wir noch etwas weiter in Richtung Norden durch die Berge. Wir schrauben uns gewundene Straßen bis auf knapp 5000m in die Höhe, was unser Reisemobil mit Bravour meistert, und genießen die tolle Aussicht auf das Tal und die umliegenden weißen Bergketten. Weil uns die Höhe allerdings etwas zu schaffen macht, fahren wir zügig weiter in Richtung Küste nach Trujillo. Dort gibt es gleich mehrere Ruinen zu bestaunen.

Zuerst besuchen wir die Huaca de la Luna, eine Ruine aus der Moche-Kultur. Etwa zwischen 100 und 600 n. Chr. haben die Moche hier aus luftgetrockneten Lehmziegeln eine Pyramide zu Ehren ihrer Götter gebaut und mit kunstvollen und bunten Reliefs versehen. Etwa alle 100 Jahre wurde die alte Pyramide mit Lehmziegeln überschichtet und eine neue Pyramide wurde quasi über die alte Pyramide gebaut, mit ebenso aufwendigen Wanddekorationen. So wuchs die Pyramide immer weiter an. Warum die Moche das taten, ist bislang nicht vollständig geklärt. Vielleicht brauchten sie einfach einen Tapetenwechsel? 😉 Die fünfte und letzte Pyramide ist kaum noch erhalten, aber die Pyramiden im Inneren blieben so recht gut erhalten.Heute kann man die bunten Ornamente der vierten Pyramide und Teile der dritten bewundern. Den Rest wird man wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommen, da man dafür ja die darüberliegenden Pyramiden zerstören müsste. Im nahegelegenen Museum kann man viele, erstaunlich gut erhaltene Keramiken und Schmuckstücke anschauen. Leider ist das Fotografieren hier nicht erlaubt.

Die nächste Sehenswürdigkeit auf unserer Liste ist Chan Chan, die größte aus Lehmziegeln gebaute Stadt der Welt. Noch heute erstrecken sich die Ruinen auf einer Fläche von 28 km². Chan Chan war wahrscheinlich die Hauptstadt des Chimu-Reiches und wurde um 1300 gebaut. Die Stadt besteht aus mehreren Palästen, in denen die Herrscher mit ihrem Gefolge lebten, während der Pöbel außerhalb der Palastmauern lebte. Starke Regenfälle und Überflutungen, die mit dem Klimaphänomen El Niño auftreten, haben die Ruinen deutlich beschädigt, aber man kann die Überreste eines Palastes noch besichtigen. Auch hier gibt es Wandreliefs, allerdings sind es zu 80% Repliken. Trotzdem kann Chan Chan mit seiner Größe beeindrucken.

In einem Wohngebiet inmitten von Trujillo schauen wir uns noch eine weitere, kleine Pyramide an. Die Reliefs hier zeigen unter anderem zwei sich küssende, drachenähnliche Tiergestalten unter einem Regenbogen. Von dieser Abbildung hat die Pyramide ihre beiden Namen: Huaca del Dragón (Drachen-Tempel) oder auch Huaca Arco Iris (Regenbogen-Tempel).

Auf dem Rückweg Richtung Lima kommen wir an zwei weiteren Ruinenanlagen vorbei. Sechín beeindruckt uns nach all den anderen Ruinen kaum mehr, obwohl die Anlage sehr alt sein soll (1600 v. Chr.). Leider lässt die Präsentation und Informationsdarstellung etwas zu wünschen übrig und so fahren wir weiter zur „Heiligen Stadt“ Caral. Dies ist die älteste bekannte Stadtsiedlung des amerikanischen Kontinents, deren Alter auf etwa 5000 Jahre geschätzt wird. Der Guide (leider nur spanisch) führt uns über die weitschweifige und erstaunlich gut erhaltene Ruinenanlage. Er erklärt, dass Caral etwa 60 ha umfasste und dass hier bis zu 1000 Menschen lebten. Man hat hier sowohl Pflanzenreste als auch Federn und Knochen von Tieren aus weiter entfernten Gebieten gefunden, weshalb man davon ausgeht, dass die Bewohner regen Handel betrieben. Im angeschlossenen Besucherzentrum gibt es eine Menge anschaulich präsentierter Informationen.

Vorerst haben wir genug alte Mauern gesehen und kehren nach Lima zurück. Das war ein schöner Abschiedsausflug mit unserem Reisemobil.

1 Kommentar

  1. Franzi sagt:

    Super coole Bilder!!!